Vertikutieren

Landscaper Pro Tipps: Vertikutieren

Das Vertikutieren ist nicht mit dem Aerifizieren gleichzusetzen. Das Vertikutieren ist in erster Linie eine Rasenpflege, wobei das aufrechte Wachstum gefördert, unschöne laterale/kriechende Triebe und Moose und liegengebliebenes organisches Material entfernt werden. Zum Vertikutieren gibt es wirkungsvolle, einfache Vertikutierrechen oder Eggen, aber auch hoch mechanisierte Spezialgeräte mit einer Reihe von rotierenden Vertikalmessern. Je nach der zu bearbeitenden Rasenfläche sind sowohl handgeführte Geräte als auch Anbaugeräte für Traktoren erhältlich. Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Geräts die Beschaffenheit der zu bearbeitenden Fläche, die Intensität der Bearbeitung und die letztlich gewünschte Oberflächenqualität.

Wie stark vertikutiert werden muss, hängt vom Ausmaß des zu behebenden Problems ab. Beim turnusmäßigen Vertikutieren sollte nur die Bodenoberfläche angeritzt werden, wobei Moose und organisches Material von der Rasenschicht beseitigt werden. Ein intensives Vertikutieren bis ins obere Bodenprofil ist nur dann erforderlich, wenn sich übermäßig viel organisches Material angesammelt hat, etwa durch Unregelmäßigkeiten bei der Rasenpflege. So können beispielsweise Faktoren wie Überwässerung oder Überdüngung, Mangel an Belüftung oder schlechte Drainage zu Problemen mit organischen Substanzen führen.

Zu starkes Vertikutieren kann für die Grasnarbe sehr schädlich sein und sollte nur in Zeiten starken Wachstums (Frühjahr und Herbst) in Erwägung gezogen werden. Im Frühjahr muss unbedingt Moos aus der Grasnarbe entfernt werden, damit das Wachstum in Schwung kommt. Andererseits zahlt es sich im Herbst aus, die Rasenfläche im Rahmen der saisonalen Pflege und Ausbesserung in 3-4 Durchgängen zu vertikutieren und für das Nachsäen vorzubereiten. Dazwischen können diese Arbeiten durch regelmäßigeres leichtes Harken ergänzt werden. Das dient dazu, dass der Rasen immer einwandfrei aussieht. In Kombination mit dem Mähen und Absammeln des organisches Materials von der Rasenoberfläche sorgt das Vertikutieren und Harken dafür, dass sonst kaum weitere intensive Pflegemaßnahmen anfallen.

Die besten Tipps zum Aerifizieren und Vertikutieren

  • Das Timing ist entscheidend für das Aerifizieren. Eine tiefgehende Auflockerung darf nur in feuchten Böden ausgeführt werden, damit die Spoons maximal eindringen und dort ihre Wirkung optimal entfalten.
  • Passen Sie die Vorwärtsgeschwindigkeit den Gegebenheiten an, damit die Arbeiten möglichst effektiv sind. Versuchen Sie nicht, die Aufgabe so schnell wie möglich zu erledigen! Bei zu schnellem Vorgehen dringen die Spoons nur ungenügend in den Boden ein. Möglicherweise zerstören Sie dabei sonst den Rasen.
  • Durch intensives Vertikutieren lässt sich organisches Material am besten aus dem oberen Bodenprofil beseitigen, ist aber auf eine bestimmte Arbeitstiefe – in der Regel 25 mm – begrenzt. Die Arbeitstiefe sollte auf 75 % des Messerabstands begrenzt werden, um die Oberfläche nicht zu destabilisieren. Wenn Sie in zwei Durchgängen arbeiten, führen Sie den zweiten Durchgang mit halber Arbeitstiefe im Vergleich zum ersten aus.
  • Bringen Sie bei schweren Böden zusätzlich zum Aerifizieren ein Topdressing aus. Damit verbessern Sie die Drainage, steigern die Strapazierfähigkeit und dünnen das organische Material an der Rasenoberfläche aus. Die Hohlräume sollten einen Durchmesser von mindestens 12 mm haben, damit sie effektiv wieder aufgefüllt werden können.
  • Vertikutieren Sie den Rasen nur bei starkem Wachstum, damit er sich gut regenerieren kann. Für eine einmalige jährliche Bearbeitung ist als Zeitpunkt der Herbst anzuraten. Frühzeitiges Vertikutieren sollte nur erfolgen, wenn das Wachstum bereits eingesetzt hat (Mai), niemals jedoch bei heißem/trockenem Wetter.
  • Wechseln Sie die Richtung des Vertikutierens ab und schließen Sie die Arbeiten für ein besseres Resultat bei trockenem Rasen ab.

Aerifizieren/Vertikutieren Sie keinesfalls in den ersten 2-3 Tagen nach dem Ausbringen eines Düngemittels, damit das Granulat nicht beschädigt und die kontrollierte Freisetzung des Produktes nicht beeinträchtigt wird. Ein herkömmliches Düngemittel, 7-10 Tage vor den geplanten Arbeiten angewandt, fördert das Wachstum und die Regeneration nach der Bearbeitung.

Lesen Sie hier weitere Tipps zum Aerifizieren!

Leave a Reply