Moos, Rasennarbe, Moss Control

Landscaper Pro Tipps: Moos

Alle Rasenmanager stoßen früher oder später auf Probleme mit Moos. Ist Moos vorhanden, deutet dies normalerweise auf ein anderes grundlegendes Problem hin, das den Rasen schwächt und so dem Moos Platz schafft. Erkennt und beseitigt man dieses Problem, regeneriert sich normalerweise der Rasen, wächst wieder und verdrängt das Moos.

Was ist Moos?

Es gibt viele verschiedene anpassungsfähige Moosarten, die bei höchst unterschiedlichen Bedingungen gedeihen. Moose sind nicht-blühende Pflanzen, die in der Regel nicht höher als 25 mm wachsen. In der Regel haben sie eine weiche und fleischige Textur mit einem grazilen Stängel und winzigen braunen oder grünen Blättern.
Von den unzähligen Moosarten kommen drei Haupttypen in Rasenflächen vor.

  • Farn- oder federartige Moose sehen für gewöhnlich ein wenig wie Ranken aus. Da wären etwa Hypnum und Eurhynchium spp. Diese Moose findet man am ehesten in wenig gepflegten Rasenflächen, normalerweise dort, wo sich in Folge von zu großen Mengen organischen Materials zu viel Feuchtigkeit sammelt.
  • Büschelige oder flächendeckende Moose bilden sich am häufigsten auf sauren Böden. Beispiele dafür sind Ceratodon und Bryum spp. Diese Moose bilden meist einen dichten „Rasen“, auch „Matten“ oder „Polster“ genannt. Ceratodon purpureus heißt im Volksmund purpurstieliges Hornzahnmoos und verbreitet sich meist im Herbst, wenn die Grasnarbe an Kraft einbüßt, und stirbt im Frühjahr wieder ab, wenn das Graswachstum wieder einsetzt.
  • Hohe Moose findet man eher in trockenen, unfruchtbaren Umgebungen wie Anhöhen, nach Süden ausgerichteten Böschungen und Sandböden usw. Dazu zählt zum Beispiel Polytrichum spp.

Faktoren, die Moosbildung begünstigen

Zu den Faktoren, die für die Ansiedlung von Moos im Rasen verantwortlich sind, zählen:

  • Säure – Zahlreiche Moose sind unter sauren Bedingungen anpassungsfähiger als die meisten Grassorten. Wenn der pH-Wert im Boden bei höchstens 4 liegt, leidet die Gesundheit der Grasnarbe, sie bekommt dünne Stellen, in denen sich Moose und Unkraut ansiedeln können.
  • Schatten – entweder durch umringende Gewächse oder durch Gebäude. In den Graspflanzen erfolgt weniger Photosynthese, wodurch gesundes Wachstum des Rasens erschwert wird. Hinzu kommt, dass die Schattenfläche eventuell aufgrund geringer Luftzirkulation oder ausbleibender Sonnenwärme an der Oberfläche feucht bleibt oder dass der Boden austrocknet, weil große Bäume ihm die Feuchtigkeit entziehen. Beides verschärft das Problem und bietet den Moosen mehr Chancen, sich auszubreiten.
  • Nasse Oberfläche (Staunässe) – Dafür können mehrere Faktoren verantwortlich sein, etwa schlechte Drainage, zu große Mengen organischer Substanzen, Mangel an Durchlüftung (Verdichtung), Überwässerung (Bewässerung) und Schatten.
  • Nährstoffmangel – eventuell auf fehlende Düngemittel zurückzuführen, wodurch die Grasnarbe schwächelt. Dies trifft verstärkt auf sandige Böden zu, wo Nährstoffe leichter aus- und weggespült werden.
  • Mähkriterien – im Allgemeinen bei zu kurzem Mähen, insbesondere bei Rasenflächen mit Unebenheiten. Wenn das Schnittgut nicht aufgefangen wird, bleibt möglicherweise zu viel organisches Material auf dem Rasen zurück. Dies hat Feuchtigkeitsprobleme zur Folge.

Die besten Tipps zur Bekämpfung von Moos im Rasen

Bei der Rasenpflege ist ganz allgemein darauf zu achten, dass günstige Bedingungen für ein gesundes Rasenwachstum herrschen und die Grasnarbe nicht beschädigt wird.

  • Analysieren Sie, welche grundlegenden Probleme eine Schwächung der Grasnarbe verursachen und die Ansiedlung von Moosen ermöglichen.
  • Bei nassen Oberflächen sollten Sie den Boden öfter aerifizieren und sicherstellen, dass organische Substanzen nicht Überhand nehmen und Wasser bei Bedarf ablaufen kann. Gewächse, die die Luftzirkulation behindern und Schatten werfen, sollten Sie entfernen oder beschneiden.
  • Sorgen Sie dafür, ein ausgewogenes Düngeprogramm einzuhalten, das der Zusammensetzung der Grasnarbe und der Bodenbeschaffenheit gerecht wird. Damit wird eine ausreichende Stickstoffversorgung bezweckt, um ein gesundes Wachstum zu ermöglichen und den Rasen widerstandsfähig zu machen. Im Herbst sollte die Stickstoffdüngung auf ein Minimum beschränkt werden, um Stoßwachstum zu vermeiden, das den Rasen anfälliger für Krankheiten macht.
  • Schattenwurf sollte minimiert werden. Dazu müssen störende Gewächse beseitigt oder zumindest ausgedünnt und beschnitten werden. Dabei sind die östlichen und südlichen Rasenbegrenzungen am wichtigsten.
  • Durch den Einsatz von Kalk (Kalziumkarbonat) lässt sich der pH-Wert im Boden auf mindestens 5,0 erhöhen, um günstigere Bedingungen für ein gesundes Graswachstum zu schaffen.
  • Fangen Sie, falls möglich, das Schnittgut auf, damit sich an der Grasnarbe nicht zu viel organisches Material ansammelt.
  • Mähen Sie den Rasen nicht über längere Zeiträume hinweg zu kurz und erhöhen Sie die Schnitthöhe immer, wenn es heiß und trocken ist. Damit vermeiden Sie Stress und schwache Graspflanzen.
  • Beugen Sie Schäden/dünnen Stellen im Rasen vor, indem Sie die Belastung verteilen und Stress minimieren. Andernfalls ist der Rasen aufgrund von Trockenstellen/Dürrestress anfälliger für Krankheiten und droht an Dichte zu verlieren.
  • Wo der Rasen dünner wird oder kahle Stellen bildet, sollten Sie möglichst schnell eingreifen, damit sich keine Moose ansiedeln.
  • Rechtzeitige Pflege und Ausbesserungsarbeiten im Herbst (etwa durch Nachsäen) stärken die Grasnarbe und deren Dichte und verringern so das Risiko, dass sich dort Moos einnistet.

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